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Taiwan (chin. 台湾/臺灣, Táiwān, W.-G. T’ai-wan) ist eine Insel vor dem chinesischen Festland im West-Pazifik, getrennt durch die Taiwan-Straße. Taiwan wurde 1945 nach Ende des 2. Weltkrieges und der Niederlage der Japaner in die Republik China eingegliedert. Es bildet seit 1949 den Hauptteil der Republik, nachdem sich die Truppen Chiang Kai-Sheks nach dem verlorenen Bürgerkrieg gegen die Rote Armee Mao Zedongs auf die Insel zurückgezogen hatten. Gleichzeitig wird Taiwan von der Volksrepublik China beansprucht, wurde jedoch nie von ihr kontrolliert. Dies schlägt sich im Taiwan-Konflikt nieder. Administrativ ist die Insel bei beiden Staaten als Teil der Provinz Taiwan zugeordnet.
Woher stammt der Name "Taiwan"?
Früher war die Insel im Westen unter dem Namen Formosa (nach „Ilha formosa“, Portugiesisch für „schöne Insel“) bekannt. In China ist bereits seit dem 16. Jahrhundert der Name „Taiwan“ gebräuchlich, bei dem es sich wahrscheinlich um ein Lehnwort aus einer Ureinwohnersprache handelt. Der Name bezeichnete ursprünglich sowohl die gesamte Insel wie die damalige Hauptstadt (das heutige Tainan) im Süden der Insel. Die Gründung der Stadt geht auf die Niederländische Ostindien-Kompanie zurück, die 1623 das Fort Zeelandia sowie eine weitere Festung im Herzen des heutigen Tainan errichet.
Unter Taiwan wird außerdem ein (de facto) souveräner chinesischer Staat verstanden, der sich offiziell Republik China (chin. 中华民国/中華民國, Zhōnghuá Mínguó, W.-G. Chung-hua Min-kuo) nennt, der im Westen früher manchmal auch als National-China bezeichnet wurde. International wird die unabhängige Insel allerdings nur von wenigen Regierungen de jure als Staat anerkannt.
Geographie
Die Insel Taiwan erstreckt sich über eine Fläche von 35.801 km² (zum Vergleich: die Fläche Baden-Württembergs beträgt 35.752 km²). Die Insel ist 394 km lang, die maximale Breite beträgt 144 km. Sie wird im Westen durch die Straße von Taiwan vom chinesischen Festland getrennt, im Süden trennt die Straße von Luzon Taiwan von den Philippinen. Östlich begrenzt das Philippinenbecken Taiwan. Im Nordosten schließt sich Taiwan an die zu Japan gehörende Inselkette der Ryūkyū-Inseln an, die das flache Ostchinesische Meer vom übrigen Pazifik abgrenzt.
Charakteristisch für Taiwan ist die auf der Landkarte eine Süßkartoffel ähnelnde Form, aufgrund deren sich die Min Nan Ureinwohner auch als „Kinder der Süßkartoffel“[1] bezeichnen. Eine andere Interpretation der Form ist die Vorstellung von einem „Wal im Meer“.
Taiwan wird ähnlich wie Japan häufig von Erdbeben heimgesucht, was besondere Sicherheitsstandards bei Gebäuden und Infrastruktur erfordert. Taiwan gilt als Endemit.
Klima
Der Wendekreis des Krebses, der die Klimagrenze zwischen Tropen und Subtropen markiert, durchläuft die Insel genau an ihrer höchsten Erhebung, dem Yu Shan mit 3.997 Meter Höhe. Im nördlichen Teil herrscht entsprechend ein subtropisches Klima, das Zentrum und der Süden sind unter Berücksichtigung des klimatischen Einflusses der jeweiligen Höhenlage vorherrschend tropisch. Aufgrund der hohen Gebirge findet sich auch in den Höhenlagen des südlichen Teils ein – vorwiegend von tageszeitlichen Schwankungen geprägtes – gemäßigtes Klima. Im Winter weht ein kräftiger Monsun aus Nordosten, im Sommer ein starker Monsun aus Südwest, der starke Regenfälle mit sich bringt. Von Mai bis Oktober wird die Insel häufig von Taifunen heimgesucht. Im Februar kann es vereinzelt zu Schneefällen in Höhenlagen über 3.000 Meter kommen. Einer der bekanntesten Orte hierfür ist im Landkreis Nantou der über eine Passstraße auf 3.275 Meter erreichbare Hehuanshan, was übersetzt „Berg der harmonischen Freude“ bedeutet. Die Durchschnittstemperaturen betragen im Februar 12°C und im Juli 25°C.
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