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Die wichtigsten Orte und Regionen

Tróodos

Berge und Klöster
Das Gebirge um den Ólympos, den höchsten Berg der Insel, ist voller malerischer Überraschungen

Das Gebirge um den Ólympos, den höchsten Berg der Insel, ist voller malerischer Überraschungen

Von Ferne mag man es kaum glauben, dass der höchste Gipfel des Tróodos, der Ólympos, fast 2000 m hoch ist. Ob man nun in Nicosia oder Limassol steht, immer meint man, das ganze Gebirge im Blick zu haben, und man traut dem Ólympos höchstens die Hälfte seiner Höhe zu. Denn der Tróodos gibt sich wie ein Mittelgebirge nahezu ohne steile Felswände, dafür mit umso mehr Hügeln und Wäldern. Erst wenn man ihn durchfährt oder durchwandert, stellt man seine Vielseitigkeit fest, merkt, dass sich hier Höhenzug hinter Höhenzug staffelt, als würde es kein Ende dieser Berge geben.

Von vielen Gipfeln aus hat man einen weiten Blick bis hinunter ans Meer oder auf die Mesaória-Ebene; an klaren Tagen ist sogar das Kerýneia-Gebirge zu sehen. In den Dörfern geht das Leben noch einen beschaulicheren Gang als an der Küste, in einsamen Landstrichen stößt man immer wieder auf sehr interessante, noch bewohnte Klöster und jahrhundertealte Kirchen.

Agía Nápa und Lárnaka

Windräder und Treibhäuser
Die Region zwischen Lárnaka und Agía Nápa wird von der Landwirtschaft geprägt

Zwischen dem Tróodos-Gebirge, der Mesaória-Ebene und dem Meer liegt Zyperns Hügelland. Es wird von Ebenen und niedrigen, meist kahlen Tafelbergen geprägt, die man im Sommer und Herbst leicht als öde empfinden kann. An den Küsten liegen die ausgedehntesten Sandstrände Südzyperns. Die bedeutendste Stadt in dieser Region ist Lárnaka, der Agía Nápa als Urlaubszentrum den Rang streitig macht. Als Urlaubsort bedeutend ist auch Paralímni-Protarás zwischen Agía Nápa und Famagusta.

Die Menschen in diesem Gebiet leben außer vom Tourismus vor allem von der Landwirtschaft.

Zwischen Lárnaka und Agía Nápa werden große, ausgezeichnet schmeckende Kartoffeln angebaut, die auch exportiert werden. Daneben erntet man aber auch Oliven, Getreide, Melonen, Gemüse und etwas Wein. Für die Bewässerung sorgen in der Gegend von Agía Nápa zahlreiche Windräder, die Grundwasser auf die Felder pumpen; auch Treibhäuser wurden gebaut für den Anbau von Schnittblumen, Tomaten und vor allem von Frühgemüse, für das man gute Preise erzielt.

Agía Nápa
Im äußersten Südosten der Insel ist nach 1974 aus einer Bauern- und Fischersiedlung mit nur etwa 1000 weit verstreuten einfachen Häusern einer der großen Ferienorte (2500 Ew.) der Insel entstanden. Agía Nápa ist eine Stadt aus der Retorte, der man ihre Jugend auf Schritt und Tritt anmerkt. Aber den Planern ist es gelungen, bombastische, landschaftszerstörende Bauten zu vermeiden.

Alt ist in Agía Nápa einzig das mittelalterliche Kloster, um das herum das neue Ortszentrum entstanden ist. Ein Bilderbuchidyll finden Sie am Fischerhafen, von dem aus der Blick auf den langen, von niedrigen Dünen gesäumten Sandstrand vor den Hotels fällt. Weitere Buchten mit Sandstränden, glasklarem Wasser, Hotels und Tavernen schließen sich im Westen an.

Zwischen Mitte April und Ende Oktober ist Agía Nápa vor allem ein Treffpunkt jüngerer Urlauber, die das intensive Nachtleben mindestens ebenso schätzen wie die schönen Strände und die vielen Wassersportmöglichkeiten. Im Winter hingegen fühlen sich hier nur Ruhe Suchende wohl: Die meisten Diskotheken und Bars sind dann geschlossen; viele Restaurants öffnen in der kühleren Jahreszeit nur am Wochenende.

Lárnaka
Eine knappe Busstunde von Agía Nápa entfernt liegt Lárnaka, eine lebhafte Stadt (72 000 Ew.), in der Einheimische das Straßenbild stärker prägen als Urlauber. Sie ist Standort der zyprischen Erd-ölindustrie. Ein breiter Sandstrand liegt direkt vor der Uferpromenade im Zentrum. Dahinter erstreckt sich die Altstadt mit der schmalen, verkehrsreichen Haupteinkaufsstraße. Um diesen Komplex liegt ein Gürtel von zumeist in den letzten 25 Jahren entstandenen Wohn- und Geschäftshäusern. Im Westen des Fischerhafens und im Osten des Erdölhafens beginnen weitere, kilometerlange Sandstrände, die ebenfalls von Hotels gesäumt sind.

Von der antiken Stadt Kíti, die von der frühen Bronzezeit bis in frühchristliche Zeit an der Stelle des heutigen Lárnaka stand, ist nur noch wenig zu sehen. Im Mittelalter war die Stadt hauptsächlich wegen ihres Salzsees und ihres Hafens bedeutend.

Limassol

Idealer Standort für Tagesausflüge
Von Limassol aus lassen sich viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Süden Zyperns bequem erreichen

Von Limassol aus lassen sich viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Süden Zyperns bequem erreichen

Limassol (Griechisch: Lemesós) liegt ziemlich genau im Zentrum der zypriotischen Südküste. Hinter dem Küstenstreifen steigen die Berge des Tróodos auf, der Ólympos als höchster Inselberg ist bei klarem Wetter gut zu sehen. Bei Limassol ist das Ufer flach, westlich und östlich davon überwiegen Fels- und Steilküste. Im Südwesten schiebt sich die Halbinsel Akrotíri, die zum größten Teil noch in britischem Besitz ist und einen Militärflughafen hat, weit ins Meer hinaus. An ihrem Ansatz liegt der zweite große Salzsee Zyperns.

Der Küstenstreifen um Limassol ist fruchtbar; es gedeihen Wein und zahlreiche Obstsorten. In mehreren kleinen Fabriken in und bei Limassol werden Fruchtsäfte und Obstkonserven hergestellt.

Nicosia

Zwei Hälften - eine Stadt
Seit Südzyperns EU-Beitritt kann man sich in Nicosia frei bewegen. Trotzdem bleibt die Hauptstadt zweigeteilt

Seit Südzyperns EU-Beitritt kann man sich in Nicosia frei bewegen. Trotzdem bleibt die Hauptstadt zweigeteilt

Mehr als ein Viertel aller Zyprioten lebt in Nicosia und Umgebung. Der Name der Stadt ist venezianischen Ursprungs (griechisch: Lefkosía, türkisch: Lefkoșa). Nicosia liegt im Zentrum der Mesaória-Ebene zwischen dem Kerýneia-Gebirge im Norden, dem Tróodos-Gebirge im Südwesten und niedrigen, oft tafelbergartigen Ausläufern des Tróodos im Südosten. Die Gipfel des Kerýneia- sowie die sanften, ihre Höhe verleugnenden Kuppen des Tróodos-Gebirges sind an vielen Tagen von der Inselhauptstadt aus zu sehen.

Die günstige Lage in der Ebene ermöglicht Nicosia ein ungehemmtes Wachstum. Wohnsiedlungen, Regierungsbauten, Gewerbe- und Industrieviertel breiten sich immer weiter aus. Gleichzeitig wird in der fruchtbaren Umgebung aber auch weiterhin intensiv Landwirtschaft betrieben. Die Hauptrolle spielt der Anbau von Weizen und Gerste. Der Tourismus hat nur eine untergeordnete Rolle, da die meisten Besucher nur als Tagesgäste kommen. Wer hier über Nacht bleibt, erlebt sehr viel eher als in Lárnaka oder Limassol ein unverfälschtes Zypern.

Auch nach dem EU-Beitritt Südzyperns bleibt Nicosia (196 000 Ew.) die letzte geteilte Hauptstadt der Welt. Die Green Line genannte Demarkationslinie, die Zypern teilt, besteht noch. Trotzdem herrscht Bewegungsfreiheit in der Stadt. Der Übergang zwischen Nord und Süd ist zwar nur an bestimmten Checkpoints möglich, dafür darf man als Tourist jetzt im Norden übernachten, auch wenn man über Südzypern eingereist ist.

Den historischen Kern Nicosias bildet die von einem 5 km langen Mauerring umgebene Altstadt. Mit ihren Kirchen und Moscheen, Karawansereien, alten Wohnhäusern, Bazaren und Einkaufsstraßen ist sie das touristische Herz der Stadt.

Nordzypern

Erwacht aus dem Dornröschenschlaf
In Nordzypern hinkte die touristische Entwicklung 30 Jahre lang weit hinter der im Süden her. Jetzt gibt es dort viel zu entdecken

Der Nordteil der Insel ist mindestens so schön wie der Süden. Aber zwischen Juli 1974 und Mai 2004 konnte man ihn von Südzypern aus bestenfalls auf kurzen Tagesausflügen auf eigene Faust erkunden. Dort zu übernachten, war von griechisch-zypriotischer Seite aus verboten. Wer einen Urlaub in Nordzypern verbringen wollte, musste eine umständliche Anreise mit Zwischenlandung in der Türkei auf sich nehmen, die mindestens sieben bis zehn Stunden dauerte. Das hat sich durch den EU-Beitritt Südzyperns im Mai 2004 grundlegend geändert. Jetzt darf jeder überall auf Zypern seine Ferien verbringen. Noch aber verlangen die griechischen Zyprioten, dass man über Südzypern einreist - also über die Flughäfen von Lárnaka und Páfos oder den Hafen von Limassol.

Nordzyperns Landschaft wird vom Kerýneia-Gebirge geprägt, das sich bis über 1000 m hoch an der Nordküste entlangzieht und weit gehend alpinen Charakter mit schroffen Felshängen und bizarren Spitzen und Gipfelknollen hat. Auf der Karpass-Halbinsel geht es in sanfte Hügellandschaft über, in die viele kleine, grüne Täler eingebettet sind. Im äußersten Westen hat Nordzypern auch noch Anteil an den Ausläufern des Tróodos-Gebirges - und die weite Mesaória-Ebene im Inselzentrum gehört fast zur Hälfte zum Norden.

Neben Nordnicosia sind Kerýneia und Famagusta die einzigen Städte Nordzyperns. Sonst ist der Nordteil der Insel überwiegend ländlich geprägt. Allerdings wird seit 2004 sehr viel gebaut. Riesige Urbanisationen, oft von erschreckender Eintönigkeit, erstrecken sich schon von Lapta bis Esentepe entlang der Nordküste und greifen von Famagusta bis über Bogaz hinaus an der Ostküste um sich. In diesen Abschnitten stehen auch fast alle Ferienhotels Nordzyperns. Ursprünglich geblieben ist hingegen die Karpass-Halbinsel. Dort gibt es nur einige wenige einfache Hotels.

Famagusta
Famagusta (Griechisch: Ammóchostos, Türkisch: Gazimağusa, 23 000 Ew.) war bis 1974 der bedeutendste Hafen der Insel. Hier konzentrierten sich nahezu alle Hotels Zyperns. Die Altstadt war schon seit 1964 ein rein türkisch-zypriotisches Wohnviertel, das unter dem Schutz der Vereinten Nationen stand. Die moderne Hotelstadt Varosha war aber ausschließlich von griechischen Zyprioten bewohnt.

Im Mittelalter war Famagusta noch vor Nicosia die bedeutendste Stadt der Insel. Im 14. Jh. hatte sie über 70 000 Einwohner. Über ihren Hafen wurde der Handel mit Vorderasien und Nordafrika abgewickelt, der Famagusta enormen Wohlstand einbrachte. Seine adligen Bewohner waren sehr reich und stifteten zahlreiche große Kirchen, deren Ruinen noch heute stehen. Sie bilden einen reizvollen Kontrast zu den anatolisch anmutenden Basargassen und zu den Minaretten, die einige christliche Gotteshäuser bei der Umwandlung in Moscheen bekamen.

Kerýneia/Girne

Nur 25 km, das heißt 25 Autominuten von Nicosia entfernt liegt jenseits der schmalen Kette des Kerýneia-Gebirges Zyperns schönste Stadt (8000 Ew.). Auf Türkisch heißt sie heute Girne.

Ihr Zentrum ist das kleine, fast kreisrunde Hafenbecken aus venezianischer Zeit. Das Ufer säumen Cafés und Restaurants, dahinter erheben sich jahrhundertealte Häuser. Eine mächtige Festung nimmt eine Seite des Hafens ein. Innerhalb der Altstadt ragen ein Kirchturm und ein Minarett auf. Gleich hinter dem Ort steigt die Landschaft steil zum Gebirge an. Die alpin anmutenden Gipfel des Pendedáktilos sind ein berauschender Anblick. Die schmale Ebene entlang der Nordküste steht voller Zitronen- und Orangenbäume.

Ganz in der Nähe von Kerýneia liegt am Hang des Gebirges das Dorf Bellapaís mit der Ruine einer gotischen Abtei. Ein Abstecher von der nach Nicosia führenden Straße bringt Tagesausflügler zur Kreuzritterburg Sankt Hilárion. So erhält man auch als Tagesbesucher schon einen guten Eindruck von der Nordküste.

Páfos

Ein bedrohtes Paradies
Die noch intakte Natur im Westen der Insel könnte dem Tourismus zum Opfer fallen

Die noch intakte Natur im Westen der Insel könnte dem Tourismus zum Opfer fallen

Der Westen der Insel ist dünner besiedelt als das übrige Südzypern. Der größte Ort der Region, Páfos, ist sympathisch kleinstädtisch geblieben; der zweitgrößte, Pólis, ist kaum mehr als ein großes Dorf. Der Tourismus ist hier erst seit Mitte der 1980er-Jahre wichtiger als die Landwirtschaft; den meisten Hotels sieht man an, dass sie in Zeiten wachsenden Umweltbewusstseins entstanden sind.

Das Klima ist im Westen der Insel noch milder und ausgeglichener, sodass in der Umgebung von Páfos sogar Bananen angebaut werden können. Neben allerlei Obst gedeihen auch Erdnüsse und Tabak; an den Hängen hinter der Küste gibt es Olivenhaine und reichlich Johannisbrotbäume; in den Bergen wächst viel Wein.

Industrie fehlt nahezu völlig; die Natur ist noch weit gehend intakt. Im Bezirk von Páfos liegen die dichtesten und meisten Wälder. Die Halbinsel Akamás im äußersten Westen Zyperns, die immer noch Truppenübungsplatz für die Briten ist, ist nahezu menschenleer. An ihren Sandstränden legen Meeresschildkröten ihre Eier ab; durch Teile dieser unberührten Natur führen wunderbare Wanderpfade.

Freilich ist auch dieses Paradies in Gefahr. Seitdem sich die Hotels von Páfos aus auch gen Westen ausbreiten, werden die Schildkrötenstrände von immer mehr rücksichtslosen Badegästen besucht. Die Bewohner der Dörfer am Rande der Halbinsel streben danach, durch den Fremdenverkehr ebenso wohlhabend zu werden wie die einstigen Bauern bei Agía Nápa, Lárnaka oder Limassol.

Im Bezirk von Páfos bewegt man sich auch in einer geschichtsträchtigen Region. Páfos war in der Antike ein bedeutendes Stadtkönigreich mit einem weltbedeutenden Pilgerheiligtum der Aphrodite; in ptolemäischer und römischer Zeit regierten Statthalter von Páfos aus die ganze Insel.

(Quelle Marco-Polo)



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    ausdrucken    per Email versenden    bearbeiten 16.05.2008
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