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Grundlinien der Finanz- und Wirtschaftspolitik
Die Wirtschaftsverfassung der Republik Zypern ist eine liberale Marktwirtschaft. Zypern beabsichtigt, seine europäische und internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken, insbesondere den Dienstleistungssektor zu verbessern, und als neues EU–Mitglied im östlichen Mittelmeer die Wirtschaftsbeziehungen zu den Anrainerländern im Nahen Osten auszubauen. Die im Zuge des EU–Beitritts begonnene Liberalisierung der, Märkte der Daseinsvorsorge (z.B. Telekommunikationswesen ) wird fortgesetzt, gestaltet sich jedoch gelegentlich zäh.. Die zyprische Wirtschaft ist im europäischen Binnenmarkt steigendem Wettbewerb ausgesetzt.
Der Regierung ist es durch ihre Finanzpolitik gelungen, den Staatshaushalt zu konsolidieren und das gesamtstaatliche Defizit zurückzuführen, so dass der Euro-Einführung zum 01.01.2008 nichts mehr im Wege steht. Nach Angaben des zyprischen Finanzministeriums betrug das Haushaltsdefizit 2006 1,5% des BIP (2005: 2,5%). Die Gesamtverschuldung der öffentlichen Hand liegt bei 64% des BIP.
Im Jahre 2002 wurde eine Steuerreform verabschiedet, die das Abgabensystem u.a. an das gemeinsame Regel- und Normenwerk der EU anglich und eine Vereinfachung des Steuersystems durch vielfachen Abbau von Steuerermäßigungen und –vergünstigungen bezweckte. Wesentliche Eckpunkte der Reform sind eine einheitliche Unternehmensteuer von 10%, drei einheitliche Einkommensteuersätze von 20, 25 und 30% (Stufentarif, wobei ein Jahreseinkommen bis 10.000 CYP steuerfrei bleibt), und die bereits zum 01.01.2003 erfolgte schrittweise Anhebung der Mehrwertsteuer auf 15%. Steuerpolitisch strebt Zypern an, seine Stellung als attraktives Finanzzentrum mit Brückenfunktion in den Nahen Osten zu konsolidieren. Dementsprechend wird eine Angleichung der Unternehmenssteuern auf EU-Ebene abgelehnt. Auf Zypern besteht ein indexiertes System der automatischen halbjährlichen Anpassung von Löhnen und Gehältern an die Inflationsrate. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt derzeit 665 EUR während der ersten 6 Monate eines Beschäftigungsverhältnisses und danach 707 EUR.
Aktuelle Wirtschaftslage
Die wirtschaftliche Entwicklung der Republik Zypern ist stark von der weltwirtschaftlichen Entwicklung geprägt. Das bemerkenswerte wirtschaftliche Wachstum Zyperns der letzten Jahrzehnte (Durchschnitt des BIP-Wachstums: 1975 – 2000: real ca. 5,5%) hat sich vor dem Hintergrund einer unsicheren Weltwirtschaftslage, steigender Ölpreise und eines verschärften Wettbewerbs im Tourismuswesen in den letzten Jahren verlangsamt (2005: ca. 3,8%). Nach Berechnungen des IWF von Anfang 2007 ist 2006 eine weitere Abschwächung auf 3,7% zu verzeichnen. Der statistische Dienst der Republik Zypern geht 2006 von einer gleich bleibenden Wachstumsrate in Höhe von 3,8% aus. Die Inflationsrate lag 2006 bei 2,4%, die Arbeitslosenquote ist nach kurzem zwischenzeitlichen Anstieg auf 5,5% wieder auf 4,5% zurückgegangen. Traditionell hat die Tourismusindustrie einen bedeutenden Anteil an der Gesamtwirtschaft Zyperns, ist aber seit einigen Jahren rückläufig (1998 – 2002 ca.20%; 2003 ca. 15%, 2004 ca. 14% Anteil). Die stärksten Wachstumsimpulse für die Wirtschaft Zyperns gehen vom Dienstleistungssektor aus (ca. 78% des BIP, Industrie ca. 21% und Landwirtschaft ca. 4%).Das zyprische Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen betrug nach Angaben des zyprischen Finanzministeriums im Jahre 2006 auf 14,29 Mrd. EUR Mrd. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 2006 EUR 18.366. Dies entspricht einer Steigerung von 6,4% gegenüber dem Vorjahr.
Wichtigste Wirtschaftszweige
Die bedeutendsten Wirtschaftszweige Zyperns sind das Dienstleistungsgewerbe, bestehend aus Tourismus, Finanz- und Unternehmensdienstleistungen. Die Tourismusbranche (ca. 2,4 Mio. Besucher 2006, davon 1,360 Mio. aus Großbritannien und 152.800 aus Deutschland) bildet die wichtigste Einnahmequelle der Wirtschaft des Landes. Diese Branche ist anfällig für die Folgen weltpolitischer und wirtschaftlicher Krisen. Im Bereich der Finanzdienstleistungen bleibt Zypern nicht zuletzt aufgrund der attraktiven Steuergesetzgebung ein interessanter Standort.
Aussenhandel
Die zyprische Wirtschaft leidet traditionell an einer Exportschwäche, die sich auch 2006 in einem Handelsbilanzdefizit von 2576,2 Mio. CYP (ca. 20,2%) niederschlägt. Ursachen sind u.a. eine steigende Importnachfrage (insbes. Kfz) und Einbußen in der Tourismusbranche. Auf bestimmte Güter (z.B. PKW) werden teilweise hohe Steuern erhoben.
Die Exporte Zyperns erreichten 2006 650,7 Mio. CYP. Größter Abnehmer ist die EU, führend darunter sind Großbritannien und Griechenland. Deutschland liegt mit Importen aus Zypern im Wert von 29,7 Mio. CYP auf Platz drei der Abnehmer. Zyprischen Exporte bestehen allerdings überwiegend aus Re-Exporten (z.B. japanischer Kraftfahrzeuge nach Großbritannien), gefolgt von Agrarerzeugnissen (Kartoffeln, Wein, Zitrusfrüchten) sowie Pharmazeutika.
Die Warenimporte Zyperns beliefen sich 2006 auf insgesamt 3.226,88 Mio. CYP. Insgesamt führte Zypern nach eigenen statistischen Angaben 2006 aus Deutschland Waren im Werte von rund 285,9 Mio. CYP ein. Dabei ist Deutschland der viertwichtigste Lieferant Zyperns (nach Griechenland (559,8 Mio. CYP), Italien (368,5 Mio. CYP) und Großbritannien (288 Mio. CYP).Die wichtigsten Einfuhrgüter sind Kraftfahrzeuge, Maschinen, Industriebedarf, elektrische Geräte und Konsumgüter. Nähere Einzelheiten können der Webseite des Statistischen Amtes entnommen werden.
Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsgruppierungen
Die Republik Zypern ist seit 01.05.2004 Vollmitglied der EU und u.a. Mitglied in den folgenden internationalen Wirtschaftsorganisationen: WTO, IWF, Weltbank, Weltzollorganisation. Daneben bestehen einige bilaterale Handelsabkommen.
(Quelle Auswärtiges Amt Deutschland)
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